holger meyer architektur entwirft LEIQ

An der Nahtstelle der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte in Offenbach am Main bildet das neue Bürohaus am Nordring den nord-östlichen Auftakt zum neuen Kaiserlei-Quartier und ist Bindeglied zu dem östlich anschließenden Neubaugebiet des Offenbacher Hafens. Die dynamische Silhouette des siebengeschossigen Hauses mit gefalteten Fassaden und zu den Gebäudeecken ansteigenden Traufkanten gliedert das Gebäudevolumen.

Die Fluchten des Baukörpers nehmen die polygonalen Grundstücksgrenzen auf und übertragen die prismatische Form des Grundstücks in die Kubatur. Der Neubau ist als Doppelhof-Typus konzipiert und besetzt fast die gesamte Fläche des Grundstücks. Südwestlich schließt ein oberirdisch errichtetes Parkhaus an, dessen Zufahrt vom Goethering erfolgt. Insgesamt entstehen ca. 40.000 m² BGF, wovon rund 30.000 m² für Büroflächen vorgesehen sind, die sich in etwa in gleichen Teilen auf die beiden Bürobauteile verteilen.

Das Haus bildet jeweils eigenständige Adressen zum Nordring und zum Goethering. Der östlich gelegene Gebäudeflügel besetzt prominent die Ecksituation an der Straßeneinmündung des Nord- in den Goethering und wird von dort über einen Hof erschlossen. Der Zugang zum Hof öffnet sich als zweigeschossiges Schaufenster zur Stadt. Von hier können über zwei separate Treppenhäuser die flankierenden Büroflächen erreicht werden. Die zweigeschossige vollverglaste Lobby eröffnet den Blick vom Goethering in den begrünten Innenhof und spiegelt somit das Motiv der Durchlässigkeit aus der Eingangssituation am Nordring wieder.

Über einen offenen Durchgang unter einem Brückenbauteil wird der Vorplatz zum westlichen Gebäudeflügel erreicht. Der Platz wird durch einen zweigeschossigen Einschnitt in das Volumen entlang des Nordrings gebildet und gibt dem westlichen Flügel eine eigene, repräsentative Adresse, da dieser von einem Mieter als Visitor Center für Schulungen, Konferenzen und Meetings genutzt wird.

Vom Vorplatz aus erfolgt der Zugang über eine großzügige Freitreppe zum überdachten Innenhof im ersten Obergeschoss, der als Lobby und Innenterrasse genutzt wird. Hier ordnen sich Meeting- und Schulungsräume um den lichtdurchfluteten Innenhof. Eine offene Treppenanlage verknüpft sichtbar die Geschosse und belebt den Innenraum genauso wie das seitlich an die Lobby anschließende Restaurant, das über die zum Mainufer vorgelagerte Terrasse auch autark betrieben werden kann. Hier endet die in Frankfurt beginnende südliche Mainpromenade und zusammen mit den bereits an diesem Ort vorhandenen Einrichtungen entsteht zusätzlich ein neuer attraktiver Freizeitraum.

Die Büroflächen in den Obergeschossen beider Bauteile sind als Zweispänner variabel konzipiert und können je nach Bedarf als Einzel-, Team- oder Kombibüro ausgebaut werden. Das siebte Obergeschoss ist teilweise von der Fassadenflucht zurückgesetzt. Eine umlaufende Bandfassade wickelt sich um den Baukörper.

Einschnitte in das Gebäudevolumen an den Knickpunkten der Fassaden gliedern das bauliche Volumen und bieten den Mietern attraktive und geschützt angeordnete Loggien als Ergänzung der inneren Besprechungs- und Kommunikationszonen. Die zu den Gebäudeecken ansteigende Traufkante versteckt zugleich die Technik-Einhausungen auf dem Dach, so dass die markante Silhouette des Hauses auch von der Kaiserleibrücke und von dem gegenüberliegenden Mainufer ablesbar ist.

holger meyer architektur, Frankfurt